Wenn Gespräche nichts mehr verändern
Sie haben schon vieles besprochen. Und trotzdem hält nichts.
Klärungshilfe ist die Variante der Mediation, die den Konflikt dort klärt, wo er sitzt: auf der Beziehungsebene. Das ist erst einmal unbequem. Warum? Unausgesprochene Gefühle sind wie Scheinriesen: Sie wirken aus der Entfernung größer, als sie sind. Die Erfahrung, mit den eigenen Gefühlen verstanden zu werden, ist die Chance für robuste Vereinbarungen.

Was Klärungshilfe anders macht
Tiefer als klassische Mediation
Viele Formen der Mediation arbeiten lösungsorientiert und versuchen, möglichst zügig zu Vereinbarungen zu kommen. Das kann funktionieren – aber bei verhärteten Konflikten bleibt oft etwas Unausgesprochenes zurück, das später wieder hochkommt.
Klärungshilfe nimmt sich bewusst Zeit für dieses Unausgesprochene. Auch die schwierigen, die peinlichen, die verletzenden Themen bekommen Raum. Es gibt dafür ein Bild: Man muss erst durch die Schlangengrube hindurch. Das klingt unbequem – ist es auch. Aber es folgt einem Grundsatz, der sich in über 40 Jahren der Methode bewährt hat: Klarheit und Wahrheit gehen vor Schönheit und Harmonie. Eine Lösung, die das eigentliche Problem umgeht, hält ohnehin nicht.
Jemand wird im Team als kontrollierend erlebt. Irgendwann fängt die Person an zu weinen – nicht, weil sie zusammenbricht, sondern weil sie zum ersten Mal darauf vertraut, dass das hier sein darf. Diese Ehrlichkeit ermöglicht einen neuen Dialog.
Die Methode
Vom Vorwurf zur inneren Not
Im Kern der Klärungshilfe steht ein Vorgehen in vier Schritten: Wir bewegen uns vom äußeren Vorwurf schrittweise zur inneren Not dahinter.
Beobachtung
„Ich war in Termin X nicht eingeladen.“
Vorwurf
„Du wolltest mich nicht dabeihaben.“
Gefühl
„Ich bin total empört!“
Innere Not
„Ich fühle mich ausgeliefert.“
Warum sich die Tiefe lohnt
Aus Gegnern werden wieder Kollegen
Solange zwei Menschen auf der Ebene der Vorwürfe verharren, verteidigen sie Positionen. Erst wenn sichtbar wird, was dahintersteckt – Sorge, Überforderung, das Gefühl, nicht zu zählen –, wird das Gegenüber wieder als Mensch erkennbar.
In der Praxis setze ich Klärungshilfe vor allem in der Team-Mediation ein. Meine Ausbildung in Klärungshilfe habe ich bei Tilman Metzger gemacht.
Wenn Sie nicht mehr wissen, wie Sie sich noch ausdrücken sollen, damit Ihr Gegenüber Sie versteht, helfe ich Ihnen, die Kommunikation wiederherzustellen.
Wie ich dabei arbeite
Allparteilich, nicht neutral
Als Klärungshelfer bin ich nicht neutral – ich bin allparteilich. Ich kann jede Partei einzeln vertreten: Auch wer sich gerade schwach fühlt oder in die Enge gedrängt ist, bekommt von mir eine starke Stimme gegenüber den anderen. Erst das macht es sicher, das Schwierige auszusprechen.
Wenn jemandem die Worte fehlen, biete ich an, für die Person zu sprechen. Ich frage: „Darf ich mal neben Sie kommen und etwas für Sie sagen?“ Dann spreche ich eine Vermutung aus – und frage am Ende: „Stimmt das so?“ Ob es stimmt, entscheidet allein die Person selbst. Und wenn nicht, ist auch das ein Gewinn: Dann ist eine falsche Vorstellung ausgeräumt, die das Gegenüber vielleicht hatte. Ich darf danebenliegen – das nimmt allen den Druck, auch mir.
Ich bin gerne die Ruhe im Sturm – eine Art Leuchtturm im Vorwurfs-Gewitter. Die Klärungshilfe gibt mir dafür die Struktur: klar im Ablauf, flexibel in allem, was darin passiert.
Häufige Fragen
Klärungshilfe – kurz erklärt
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